EPSO-Test zum sprachlogischen Denken: Aufbau, Zeit und die neun Fallen

Vom AD5-Practice-Team8 Min. Lesezeit

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Der Test zum sprachlogischen Denken (auf Englisch Verbal Reasoning) hat 20 Fragen in 35 Minuten, also rund 1 Minute 45 Sekunden pro Frage. Sie legen ihn in Ihrer Sprache 1 ab. Sein Ergebnis ist außerdem das einzige aus Teil 1, das in die Rangfolge des AD5-Auswahlverfahrens einfließt. Auf diesen Test sollten Sie sich deshalb am gründlichsten vorbereiten. Hier lesen Sie, wie eine Frage aufgebaut ist und mit welchen Fallen die falschen Antworten arbeiten. Dazu kommen ein Beispiel mit Lösung und eine Methode für die knappe Zeit.

So sieht eine Frage aus

Jede Frage besteht aus einem einzigen Absatz Sachtext zu einem allgemeinen Thema, im Englischen etwa 70 bis 130 Wörter lang. Das Thema kann aus Naturwissenschaft, Geschichte, Wirtschaft oder einem ganz anderen Gebiet stammen. Darunter steht immer dieselbe Frage: Welche der vier Aussagen trifft zu? Genau eine davon wird allein vom Text gestützt. Kenntnisse über die EU brauchen Sie nicht. Vorwissen kann Sie sogar in die Irre führen, denn gefragt ist nur, was im Text steht, ganz gleich, was Sie sonst über das Thema wissen.

In den zehn Fragen zum sprachlogischen Denken im öffentlichen Beispieltest von EPSO gehört die richtige Aussage zu einer von drei Arten: Sie gibt einen Satz eng umschrieben wieder, sie verbindet zwei oder drei Angaben aus verschiedenen Sätzen, oder sie zieht einen einzigen Schluss, der sich zwingend aus dem Text ergibt. Selten wiederholt sie den Text wörtlich. Nach gleichen Wörtern zu suchen, hilft deshalb wenig.

Warum dieser Test mehr zählt als die beiden anderen

Für die Mindestpunktzahl brauchen Sie 10 von 20 Punkten. Danach zählt nur das Ergebnis im sprachlogischen Denken weiter: Es fließt mit 40 % in die vorläufige und mit 35 % in die endgültige Gesamtpunktzahl ein. Jeder zusätzliche Punkt im November bringt Sie in einer Rangfolge nach oben, in der rund 117 Bewerbungen auf einen Platz kommen. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Mindestpunktzahl und Rangfolge.

Die neun Fallen in den falschen Antworten

Jede falsche Antwort muss sich anhand des Textes als falsch belegen lassen, und in der Praxis scheitert jede auf eine von wenigen Arten. Aus einer genauen Lektüre des Beispieltests von EPSO haben wir neun Fallen abgeleitet. Auf ihnen bauen wir unsere eigenen falschen Antworten auf:

  1. Umkehrung: Die Antwort behauptet das Gegenteil dessen, was im Text steht. Im Text sinken die Mieten, nachdem die Fabrik geschlossen hat; in der Antwort steigen sie.
  2. Absolute Formulierung: „nur“, „immer“, „nie“ oder „alle“, wo der Text vorsichtig bleibt. Im Text kommen die meisten Besucher mit dem Zug; in der Antwort kommen sie nur mit dem Zug.
  3. Verschobene Menge oder Häufigkeit: „die meisten“ statt „einige“, „oft“ statt „manchmal“, „viele“ statt „ein paar“.
  4. Unterstellte Ursache oder unterstellter Vergleich: Der Text nennt zwei Tatsachen, und die Antwort behauptet ohne Grundlage im Text, dass die eine die andere verursacht hat oder dass die eine größer ist.
  5. Falsche Verknüpfung: Zwei Begriffe, die im Text nah beieinanderstehen, werden zu einer Behauptung verbunden, die der Text nie aufstellt.
  6. Steht nicht im Text: plausibel, in der Wirklichkeit vielleicht sogar wahr, im Text aber nicht zu finden. Diese Falle ist am schwersten zu erkennen, wenn Ihnen das Thema vertraut ist.
  7. Verwechselte Namen: Zwei ähnliche Namen, Orte oder Gruppen werden vertauscht.
  8. Vermischte Zahlen: Zwei Zahlen aus verschiedenen Zusammenhängen werden als Entwicklung oder als Vergleich gelesen.
  9. Ausgeweiteter Geltungsbereich: Was für eine Region, einen Fall oder einen Zeitraum galt, gilt plötzlich für das ganze Land, für jeden Fall oder für alle Zeiten.

Ein Beispiel mit Lösung

Hier eine Frage von uns im selben Format. Nehmen Sie sich 1 Minute 45 Sekunden Zeit, bevor Sie die Lösung öffnen.

Beispiel: sprachlogisches Denken (eine Frage von uns)

Salzwiesen an der Küste speichern pro Hektar weit schneller Kohlenstoff in ihren Böden als die meisten Wälder, weil der wassergesättigte Schlick die Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile verlangsamt. Eine Untersuchung im Mündungsgebiet des Larrow ergab, dass Salzwiesen, die in den vergangenen zwanzig Jahren renaturiert wurden, bereits etwa zwei Drittel der Kohlenstoffdichte natürlicher Salzwiesen in der Nähe erreicht hatten. Unter den renaturierten Flächen wiesen jene die höchsten Dichten auf, die zweimal täglich von der Flut überspült wurden; Flächen, die nur bei Springtide wieder mit dem Meer verbunden waren, nahmen langsamer Kohlenstoff auf. Die Autoren geben zu bedenken, dass ein steigender Meeresspiegel manche Salzwiesen ganz unter Wasser setzen könnte und dass ihre Zahlen nur die oberen dreißig Zentimeter des Bodens erfassen.

Welche der folgenden Aussagen wird vom Text gestützt?

  1. A)Die renaturierten Salzwiesen im Mündungsgebiet des Larrow enthalten heute pro Hektar so viel Kohlenstoff wie die natürlichen
  2. B)Von den renaturierten Salzwiesen enthielten die am häufigsten von der Flut überspülten am meisten Kohlenstoff pro Hektar
  3. C)Ein steigender Meeresspiegel wird manche Salzwiesen ganz unter Wasser setzen
  4. D)Salzwiesen speichern schneller Kohlenstoff als die meisten Wälder, weil ihr Schlick mehr Pflanzenteile enthält
Lösung und Begründung anzeigen

Die richtige Antwort ist B.

  • B ist richtig. Laut Text wiesen unter den renaturierten Flächen jene die höchsten Dichten auf, die zweimal täglich überspült wurden, und Flächen, die nur die Springtide erreichte, nahmen langsamer Kohlenstoff auf. B verbindet diese beiden Angaben mit anderen Worten.
  • A verschiebt eine Menge: Die renaturierten Salzwiesen hatten etwa zwei Drittel der Dichte natürlicher Salzwiesen erreicht, also noch nicht denselben Wert.
  • C macht aus einem Vorbehalt eine Gewissheit. Die Autoren sagen, ein steigender Meeresspiegel könnte manche Salzwiesen ganz unter Wasser setzen, und „wird“ behauptet mehr als „könnte“.
  • D nennt eine andere Ursache. Der Text führt die schnelle Speicherung darauf zurück, dass der wassergesättigte Schlick die Zersetzung verlangsamt. Wie viele Pflanzenteile der Schlick enthält, sagt er nicht.

Eine Methode für 105 Sekunden

  1. Lesen Sie den Text einmal, in normalem Arbeitstempo. Achten Sie darauf, was er behauptet, was er nur andeutet und wo er seine Aussagen einschränkt: „einige“, „kann“, „die meisten“, „oft“, „etwa“.
  2. Nehmen Sie sich die Antworten einzeln vor und suchen Sie im Text die Wörter, die jede davon wahr machen. Streichen Sie jede Antwort durch, die Sie widerlegen können.
  3. Prüfen Sie die verbleibende Antwort am genauen Wortlaut. Bleiben zwei übrig, vergleichen Sie ihre Mengenangaben und ihren Geltungsbereich: Eine der beiden geht über den Text hinaus.
  4. Gehen Sie nach etwa zwei Minuten weiter. Wählen Sie die beste Antwort, setzen Sie ein Lesezeichen und kommen Sie zurück, wenn Zeit bleibt. Die Bekanntmachung bewertet jeden Test nach der Zahl der richtigen Antworten und nennt keinen Punktabzug für falsche. Lassen Sie deshalb keine Frage unbeantwortet.
  5. Nutzen Sie die Funktion „Antworten ausschließen“. Auf der Plattform können Sie Antworten durchstreichen, die Sie schon verworfen haben. So müssen Sie sie nicht noch einmal lesen.

Wenn Sie den Test auf Deutsch ablegen

Die Zeitvorgabe ist in jeder Sprache dieselbe. Die Länge der Texte schwankt dagegen: Im Beispieltest von EPSO sind die Texte auf Italienisch, Spanisch, Französisch, Griechisch und Rumänisch etwa ein Fünftel länger als auf Englisch. Die deutschen Fassungen kommen mit etwa gleich vielen Wörtern aus wie die englischen, die Wörter sind aber länger. Wer auf Deutsch liest, hat also in derselben Zeit mehr Buchstaben vor sich, und das Lesetempo zählt umso mehr. Üben Sie in der Sprache, in der Sie den Test ablegen. Die Fallen stecken in kleinen Wörtern wie „die meisten“, „nur“ und „oft“, und sie wirken in jeder Sprache etwas anders.

So üben Sie

  • Zuerst ohne Uhr, für die Genauigkeit. Bearbeiten Sie eine Reihe von Texten ohne Zeitvorgabe und benennen Sie bei jeder Antwort, die Sie verwerfen, die Falle dahinter. Schnell werden Sie, wenn Sie die Fallen auf einen Blick erkennen.
  • Dann mit Uhr, je 20 Fragen in 35 Minuten, am Bildschirm.
  • Gehen Sie jeden Fehler durch, auch Fragen, die Sie nur mit Glück richtig hatten: Suchen Sie die Wörter, die über die Antwort entscheiden.

Unsere sechs Probetests gibt es auch auf Deutsch. Jeder enthält 20 Fragen dieser Art, und zu jeder Frage gibt es eine ausführliche Lösung. Sie nennt die Wörter, an denen jede falsche Antwort scheitert. Auch der kostenlose Test enthält 20 solcher Fragen. Wie Sie die Wochen einteilen, zeigt unser Plan für drei Wochen.

Kostenloser Test

Machen Sie den kostenlosen Test

Teil 1 in voller Länge: 40 Fragen in 65 Minuten mit drei Zeitvorgaben. Am Ende sehen Sie Ihre Punkte und zu jeder Frage eine ausführliche Lösung. Ohne Zahlungsdaten.

Häufige Fragen

Wie viele Fragen hat der Test zum sprachlogischen Denken im EPSO-Auswahlverfahren AD5?

Es sind 20 Fragen in 35 Minuten, in Ihrer Sprache 1. Die Mindestpunktzahl liegt bei 10 von 20 Punkten.

Wie viel Zeit habe ich für eine Frage im sprachlogischen Denken?

Im Schnitt 1 Minute 45 Sekunden, denn für 20 Fragen haben Sie 35 Minuten. Innerhalb des Tests können Sie frei zwischen den Fragen wechseln. Zeit, die Sie bei einer leichten Frage sparen, bleibt also für eine schwerere.

Zählt das sprachlogische Denken für die Rangfolge im AD5-Auswahlverfahren?

Ja. Es ist das einzige Ergebnis aus Teil 1, das zählt: Es fließt mit 40 % in die vorläufige und mit 35 % in die endgültige Gesamtpunktzahl ein.

Brauche ich für den Test zum sprachlogischen Denken Wissen über die EU?

Nein. Die Texte sind allgemeine Sachtexte, und die Antwort muss sich allein aus dem Text ergeben. Vorwissen kann Sie zu einer Aussage verleiten, die in der Wirklichkeit stimmt, vom Text aber nicht gestützt wird.

Quellen

Alle Angaben zum Auswahlverfahren in diesem Ratgeber stammen von diesen Seiten. Sehen Sie dort nach, ob sich etwas geändert hat, bevor Sie sich auf ein Datum verlassen.

AD5 Practice ist ein unabhängiges Angebot. Es besteht keine Verbindung zu EPSO, den EU-Institutionen oder den Herstellern der Testplattform. Die Fragen stammen von uns.